Pegel Heidelberg-Karlstor

Ab einem Wasserstand von 260 cm am Pegel Heidelberg-Karlstor gilt ausnahmslos Rudersperre.

Quelle: HVZ

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Aktuelles aus der Ruderabteilung

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Die letzte ihrer Art

Donnerstag, 04.10.18, Wanderfahrten

Die diesjährige Damenruderwanderfahrt begab sich auf der und auf die Saar. Von Mittwoch 22.8. bis Samstag 25.8.2018 ruderten wir die 77 km von Saarbrücken nach Saarburg. Das letzte Stückchen Saar musste leider ausfallen: Hatten die Konzer an der Mündung in die Mosel doch tatsächlich ihren Rudersteg verliehen, ohne uns vorher zu fragen! So weit konnten wir also nicht rudern. Naja, wir hätten schon können, dann aber nicht aussteigen…

Der Name „Saar“ steht für Schwerindustrie, und genau so sieht es an diesem Fluss auch aus: rechts die Eisenbahn, links die Autobahn, Halden, Schutt, Steinbrüche und Schornsteine. Bizarre Stahlkonstruktionen ragen in den erstaunlich blauen Himmel. Der ist so blau, weil die Industrie im Niedergang begriffen ist. Idylle gibt’s nur in der berühmten Saarschleife, die die Form einer riesigen Haarnadel hat. Es war für die Unternehmen nicht rentabel, den langen Weg am Fluss zu nehmen: Die Verkehrswege schneiden die Schleife einfach ab, lassen sie links liegen. Und so profitieren wir heute von der Logik des Kapitalismus, der die Schönheit hier in Ruhe gelassen hat; die Fischreiher, die schroffen Felsen, den Dunst über dem Wasser und die Stille, die man sonst nirgends mehr findet.

Hinter der Schleuse Mettlach tritt der Normalzustand wieder ein und die Strasse an den Fluss. Und auf der Strasse tobt die Deutschland tour – wusch – an uns vorbei: ein gigantischer Tross von Polizeiwagen und Begleitfahrzeugen vor und hinter einem überschaubaren Peloton von Radfahrern. Wer gewinnt, wissen wir nicht.

Die Völklinger Hütte ist die berühmteste aller Industrieruinen und Weltkulturerbe. Wir lassen uns zeigen, wie man aus Kohle Koks und aus Erz Stahl macht: mit Wind. Wer hätte das gedacht! Es sind denn auch die Windmacher, die die markante Silhouette formen. Das Werk wirkt wie eine gnadenlos übertriebene Kulisse für einen Endzeitfilm: Eine kleine Horde Überlebender  kämpft sich durch eine feindliche Umwelt… man kennt das ja. Wirklich schlimm war es hier aber im Normalbetrieb. Man sah die Sonne nie vor Russ, die Maschinenräume waren glitschig  vom herumfliegenden Schmieröl, der Staub machte die Luft zum Schneiden dick, und dann der Lärm! Nach unseren Begriffen: Hölle. Unser Führer, Herr Michel, berichtet, dass die Völklinger nicht schlafen konnten: als das Werk 1986 von einem auf den anderen Tag stillgelegt wurde. Ruhe kannten sie nicht.

Wir wohnen gut im „Schwan“ in Mettlach. Mettlach ist die Heimat von Villeroy und Boch, den Porzellanfabrikanten. Ausserdem ist es die Hauptstadt der Outlets, so dass für Beschäftigung gesorgt ist, wenn wir mal gerade nicht rudern. Jemand kauft sich ein Paar silberne Birkenstocks; todschick!

Im Biergarten wird  „saugudd gess on getronk“ , so steht’s auf der Karte. Tatsächlich ist die Gegend kulinarisch ganz erträglich. Man trinkt Bier, Wein oder Viez, das ist der örtliche Cidre.

Dabei waren: Bärbel, Ingrid, Anneli von auswärts und Angela, Inge, Margret, Barbara, Heide, Kathrin, Doro, Christa, Marion und Anke von der RGH sowie „Odenwald“ und  „Stromschnelle“. Die haben uns immer treu gedient; diesmal hat der arme „Odenwald“ leider eine kleine Blessur davon getragen. Hoffentlich erholt er sich wieder. Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste, genau wie die Mannschaft.
Und weil das so ist, wird es keine Damenruderwanderfahrt mehr geben. Wir tafeln am letzten Abend mit schwarzem Trauerflor am Ärmel und sagen:   DANKE   ANKE!

Doro Henkel